24 May 2026
Internationale Prognosemärkte akzeptieren Wetten auf Landtagswahlen trotz deutscher Verbote

Deutsche Vorschriften untersagen Wetten auf politische Ereignisse, dennoch bieten Plattformen wie Polymarket weiterhin Möglichkeiten für solche Transaktionen an; Nutzer platzieren Einsätze auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, die für September anstehen, sowie auf Fragen wie einen möglichen Rücktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz vor 2027. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat diese Aktivitäten als illegal eingestuft, doch die Durchsetzung bleibt schwierig, weil die Seiten aus dem Ausland zugänglich sind und bereits mehrere Millionen Euro umgesetzt wurden, darunter etwa drei Millionen Dollar allein auf den Berliner Wahlmarkt.
Regulatorischer Rahmen und aktuelle Entwicklungen
Das deutsche Glücksspielrecht verbietet Wetten auf politische Ausgänge seit langem, während Offshore-Plattformen solche Märkte weiterhin listen und Nutzer aus Deutschland darauf zugreifen können; in Mai 2026 zeigen Beobachtungen, dass die Vorbereitungen auf die September-Wahlen bereits laufen und das Interesse an Prognosemärkten parallel dazu steigt. Daten der Plattformen belegen, dass Nutzer aus Deutschland trotz der Klarstellung der Behörde weiterhin Gelder einzahlen und auf Ergebnisse wie Koalitionsbildungen oder Amtszeiten setzen.
Beispiele für angebotene Märkte
Polymarket listet spezifische Optionen zu den drei Landtagswahlen sowie zu bundespolitischen Szenarien auf; Beispiele umfassen die Frage, welche Partei die meisten Stimmen in Berlin erhält, oder ob Friedrich Merz vor Ablauf seiner Amtsperiode 2027 zurücktritt. Diese Märkte ziehen seit Monaten zunehmende Handelsvolumina an, wobei die Summen auf einzelne Ausgänge bereits Millionenbeträge erreichen und täglich aktualisiert werden.
Die Position der GGL und Zugänglichkeit der Plattformen
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat wiederholt erklärt, dass derartige Wetten gegen geltendes Recht verstoßen, und verweist auf die klare Trennung zwischen erlaubten Sportwetten und verbotenen politischen Prognosen. Dennoch bleiben die Seiten über das Internet erreichbar, weil sie ihren Sitz außerhalb Deutschlands haben und keine lokalen Server betreiben; Nutzer können über Standard-Browser oder Apps darauf zugreifen, ohne dass technische Sperren greifen.

Umgesetzte Beträge und Marktentwicklung
Berichte über Handelsvolumina zeigen, dass allein der Berliner Wahlmarkt bereits rund drei Millionen Dollar umfasst, während ähnliche Summen auf die anderen Landtagswahlen und den Merz-Markt fließen; diese Zahlen stammen aus öffentlich einsehbaren Marktstatistiken und belegen das anhaltende Interesse trotz der rechtlichen Lage. Beobachter stellen fest, dass das Volumen seit Beginn des Jahres kontinuierlich wächst und Nutzer sowohl aus Deutschland als auch aus anderen Ländern beteiligt sind.
Herausforderungen bei der Durchsetzung
Die GGL kann zwar Erklärungen abgeben und Anbieter kontaktieren, doch effektive Sperren scheitern an der technischen Infrastruktur der Plattformen und an der grenzüberschreitenden Natur des Internets; Nutzer wechseln häufig auf VPN-Verbindungen oder neue Domains, sobald eine Adresse blockiert wird. Diese Dynamik führt dazu, dass die Behörde auf Aufklärung und internationale Kooperation setzt, während die Märkte weiter betrieben werden.
Ausblick auf die kommenden Monate
Bis zu den Wahlen im September bleibt das Volumen auf den genannten Märkten ein Indikator für das öffentliche Interesse an politischen Prognosen; Behörden und Plattformbetreiber beobachten die Entwicklung parallel, ohne dass sich an der rechtlichen Bewertung oder der technischen Zugänglichkeit unmittelbar etwas ändert. Die Situation verdeutlicht die anhaltenden Schwierigkeiten, offshore-basierte Prognosemärkte mit nationalen Regelwerken in Einklang zu bringen.
Fazit
Die beschriebene Entwicklung zeigt, wie deutsche Nutzer trotz ausdrücklicher Verbote weiterhin auf Offshore-Plattformen wetten, während die GGL ihre Position klarstellt und die technischen sowie grenzüberschreitenden Hürden bei der Durchsetzung bestehen bleiben. Die genannten Märkte zu den Landtagswahlen und zur Amtszeit von Friedrich Merz dienen als konkrete Beispiele für diese Spannungslage, die sich bis in den September 2026 fortsetzt.